Projektfahrt Wattenmeer
In der 5. Klasse nehmen die Schülerinnen und Schüler an der Projektfahrt ans Wattenmeer teil. Von der Jugendherberge Tönning aus erkunden wir an 5 Tagen die Vielfalt des schleswig-holsteinischen Wattenmeers. Dazu gehören der Besuch der Seehundstation in Friedrichskoog, ein Ausflug auf die Insel Föhr, der Besuch von Sankt-Peter-Ording inklusive einer Wattwanderung und der Besuch des Multimar in Tönning mit Experimenten im Wasserlabor.
In einer zweistündigen, verpflichtenden AG werden die Kinder auf diese besondere Fahrt vorbereitet.
„Guck mal – da bewegt sich was!“
Kinder aus dem fünften Jahrgang stehen im Watt und schauen gebannt auf den Schlick vor ihren Füßen. Zwischen Muscheln, Prielen und kleinen Wasserläufen ist plötzlich Leben zu entdecken. Ein Wattwurm? Eine Muschel? Eine Krabbe? Für die Kinder ist klar: Das hier muss man sich genauer ansehen.
Und genau darum geht es bei unserer Wattenmeerfahrt.
Auch in diesem Jahr war die Wattenmeerfahrt wieder ein echtes Highlight: Bei bestem Nordseewetter konnten unsere Schülerinnen und Schüler das Watt, das Meer und die vielen besonderen Orte in vollen Zügen genießen – eine Woche, die allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Seit mehr als 20 Jahren gehört diese besondere Projektfahrt fest zum fünften Jahrgang unserer Schule. Eine Woche lang wird das Klassenzimmer gegen Nordseeluft und Weitblick eingetauscht. Aus Unterricht wird unterwegs Lernen – und aus einem normalen Schultag ein kleines Abenteuer.
Denn die Kinder erleben die Nordsee nicht nur aus einem Buch oder von Bildern. Sie stehen selbst im Watt, spüren den Schlick unter den Füßen und erfahren, warum sich das Meer zurückzieht und später wiederkommt. Sie beobachten Tiere und lernen einen einzigartigen Lebensraum kennen.
Aber das Watt ist erst der Anfang. Auf dem Programm stehen unter anderem das Multimar Wattforum, die Seehundstation, ein Besuch in Tönning, ein Ausflug nach St. Peter-Ording und eine Fahrt mit der Fähre nach Föhr. Jede Station eröffnet eine neue Perspektive auf den Norden: Natur, Tiere, Küste, Inseln, Hafen, Landschaft und das Leben am Meer.
Und zwischendurch passiert etwas, das in keinem Programmplan vollständig steht: Die Kinder wachsen als Gruppe zusammen.
Wer gemeinsam eine Wattwanderung übersteht, sich auf der Fähre den Wind um die Nase wehen lässt, neue Tiere entdeckt und abends die Erlebnisse des Tages austauscht, nimmt mehr mit nach Hause als Souvenirs und Fotos.
Auf die Fahrt vorbereitet werden die Kinder bereits im Vorfeld. In einer AG beschäftigen sie sich mit der Nordsee, dem Wattenmeer, seiner Tier- und Pflanzenwelt und den Besonderheiten der Region. Wenn es schließlich losgeht, wissen sie also schon einiges – und können vor Ort feststellen: Das ist ja wirklich so!
Genau diese Verbindung macht den besonderen Reiz der Fahrt aus: Erst lernen, dann erleben. Erst darüber sprechen, dann selbst mittendrin stehen.
Vielleicht ist es genau das, was unsere Wattenmeerfahrt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu etwas Besonderem macht. Sie ist kein Ausflug, den man irgendwann wieder vergisst. Sie ist ein gemeinsames Erlebnis, das Wissen, Natur, Gemeinschaft und Abenteuer miteinander verbindet.
Unsere Schule hat deshalb einen festen Kurs: Richtung Norden.
Und wenn die Kinder nach dieser Woche wieder nach Hause kommen, haben sie meistens nicht nur eine Menge Geschichten im Gepäck. Sie haben einen neuen Lebensraum entdeckt, neue Erfahrungen gesammelt, neue Freundschaften vertieft – und vielleicht zum ersten Mal verstanden, wie groß Deutschland eigentlich sein kann.
Vor allem aber haben sie erlebt, dass Schule manchmal dort am spannendsten ist, wo der Klassenraum aufhört.
Zum Beispiel mitten im Watt.